Roms Ostgrenze

  Das römische Heer in Zeugma

  Das römische Heer in Satala

  Römische Heeresurkunden

  Römische Militärausrüstung

  Armee und Integration

 
 
 
 
 
 
 
 
   
Projekte  
Armee und Integration
 

 

Die mit Abstand grösste professionelle Organisation des Römischen Reiches, das Heer, spielte bei der Integration und der Verwaltung des Reiches eine grundlegende Rolle, zumal beinahe jeder freigeborene und gesunde junge Mann sich um die Aufnahme bewerben konnte.

Der Dienst im römischen Heer brachte u.a. eine regelmässige Bezahlung, ein besonderes Verhältnis zum Kaiser, Aufstiegschancen sowie eine gewisse Macht und verschiedene Privilegien mit sich. So beeinflusste das Soldatenleben die Haltung zahlreicher Männer. Senatorische und ritterliche Offiziere – d.h. die Elite des Reiches und die führenden Vertreter der griechisch-römischen Kultur und des kultivierten Lebensstils – wohnten in denselben Lagern wie die gewöhnlichen Soldaten. In Vielem wurden diese hohen Herren die Vorbilder und nicht selten die persönlichen Förderer der einfachen Soldaten. Den Sold, den die Soldaten ausserhalb des Lagers ausgaben, liess die Wirtschaft der Region erblühen. Römische Truppen erfüllten auch die Rolle einer kaiserlichen Polizei und Offiziere dienten oft als lokale Richter. Als Boten waren Soldaten ein entscheidendes Element im Kommunikationssystem des Römischen Reiches. Zahlreiche Soldaten dienten mit administrativen Aufgaben auch im Stab ihrer Provinzgouverneure. Das römische Heer war somit das Rückgrat der Provinzverwaltung. Nach dem antiken Autor Vegetius war die militärische Verwaltung sogar jeder zivilen Administration bei weitem überlegen (Vegetius 2,19). Angehenden Ärzten wurde geraten, einige Jahre beim Heer zu verbringen, da es keinen besseren Ort gebe, diesen Beruf zu erlernen. Das römische Heer verfügte auch über viele der besten Ingenieure, Baumeister und Mechaniker des Reiches. Ihr Einsatz beschränkte sich nicht ausschliesslich auf grosse Militäranlagen. Immer wieder befahl der Kaiser solchen Spezialisten, aber auch einfachen Soldaten, zivile Behörden bei ihren Bauvorhaben zu unterstützen. In solchen und ähnlichen Rollen waren Soldaten für die meisten Bewohner des Reiches oft die einzigen sichtbaren Repräsentanten der kaiserlichen Zentralmacht in Rom.

Nach 25 Jahren Dienst verliessen die Soldaten die Armee als veränderte Menschen. Unabhängig von ihrer Herkunft gab ihnen der Heeresdienst gemeinsame Werte und eine sehr spezifische Lebenserfahrung. Als Veteranen waren sie alle Römische Bürger und kehrten mit bestimmten Privilegien ins Zivilleben zurück. Die Nachbarschaft von Soldaten und Veteranen blieb deshalb nirgends im Reich ohne Auswirkungen.


Legionssoldat mit den Attributen seiner administrativen und ordnungshüterischen Tätigkeiten. Grabstein, Korinth.

 

 

 

 


Prätorianergarden verbrennen Listen jener Bürger, die dem römischen Staat Geld schulden. Relief, Rom.

 

Projektleiter: Prof. Dr. Michael A. Speidel
Mitarbeiter: Dr. A.M. Hirt, cand. lic. M. Gerber

Finanziell unterstützt durch:
Schweizerischer Nationalfond

 

 

 

Wie hat die römische Armee die Strukturen des Reiches im einzelnen geformt, und welchen Ruf genoss das römische Heer in diesen Belangen? Das Projekt 'Armee und Integration' hat zum Ziel, die oben genannten Aspekte im Detail zu analysieren, um solche Fragen zu beantworten. Eine Anzahl Untersuchungen wird zurzeit durchgeführt und weitere Downloads werden bald erhältlich sein!


 

 

 

 

Der Begriff "militia" und die spätantike Provinzenverwaltung
M.A. Speidel

"Militia" hiess in der späteren Kaiserzeit für Staat und Kirche. Nicht zuletzt deshalb wurde oft behauptet, dass die römische Gesellschaft und Verwaltung der Spätantike in hohem Masse militarisiert gewesen sei. Die hier vorgelegte Studie geht der Entwicklung des Begriffs "militia" nach und kommt so zu einem ganz anderen Schluss.

 

Militia    

 

Kommagene – Ein kleines Königreich am Euphrat wird Teil des Imperium Romanum — M.A. Speidel

Bis weit ins 1. Jahrhundert n.Chr. waren die römischen Provinzen im Osten von zahlreichen Königreichen und Fürstentümern umringt. Ihre Eingliederung in den Verband der Provinzen vor allem während der Regierungszeit des Kaisers Vespasian (69 - 79 n.Chr.) wird zumeist als Ausdruck eines römischen Imperialismus gedeutet und als Expansion des Reiches verstanden. Das Beispiel der Geschichte von Kommagene zeigt jedoch, dass die Integration dieser Gebiete ins Römische Reich einen anderen Verlauf nahm.

 

Kommagene    
 

Militärstrassen im Römischen Reich — M.A. Speidel

Strassen waren in vielerlei Hinsicht das infrastrukturelle Rückgrat des Römischen Reiches. Viele dieser Strassen wurden vom römischen Heer erbaut und dienten militärischen Zwecken. Aber was genau waren die viae militares, die 'Militärstrassen'?

 

viae militares - Heeresstrassen
 

Bergwerke und Steinbrüche im römischen Reich. Organisatorische Aspekte 27 v. Chr - 235 n. Chr. — A.M. Hirt

Die Gewinnung von Metallen und Marmor war zweifellos eine bedeutende, wenn nicht gar lebenswichtige Unternehmung des römischen Staates. Alfred Hirts Oxforder Doktorarbeit zeigt die organsatorischen Strukturen der Bergwerke und Steinbrüche unter kaiserlicher Kontrolle auf und liefert eine detailierte Übersicht und Analyse dieses bisher kaum untersuchten Themas, einschliesslich der Rolle der römischen Armee in diesem Wirtschaftssektor.

 

 

Bergwerke und Steinbrüche

 

Die Aufgaben der Römische Armee in den kaiserlichen Steinbrüchen und Bergwerken — A.M. Hirt

Sowohl der militärische Schutz vor äusseren Bedrohungen, als auch die Bewachung von ad metalla verurteilten Strafgefangenen waren nicht die einzigen Aufgaben, welche römische Soldaten in den kaiserlichen Bergwerks- und Steinbruchdistrikten übernehmen mussten. Offiziere und Soldaten spielten für die Organisation kaiserlicher Brüche und Minen im Römischen Reich auch eine bedeutende Rolle als technische und administrative Experten.

 

Armee und Steinbrüche/Bergwerke

 

Die Thebäische Legion — M.A. Speidel

Die Geschichten und Legenden um das Martyrium christlicher Soldaten trugen zur Ausbreitung des Christentums in der Spätantike bei und halfen so mit, das Reich auf eine neue, religiöse Grundlage zu stellen. Einige dieser Texte beinhalten wahre Elemente, andere sind pure Fiktion.

Die Thebäische Legion

     
   
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