Roms Ostgrenze

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Projekte  
Römische Militärausrüstung
 

 

Studien zur römischen Militärausrüstung können zu zahlreichen Einsichten in die Geschichte, Struktur und Entwicklung des römischen Heeres führen. Solche Studien werden oft als typologische oder kunsthistorische Forschung missverstanden. Die römische Militärausrüstung ist jedoch eine wertvolle Quelle nicht nur für den Aufbau und die Kampfweise des Heeres, sondern auch für technologische und taktische Entwicklungen, für die Produktion von Ausrüstungsgegenständen und der damit verbundenen ökonomischen und politischen Fragen. Auch zur Deutung eines archäologischen Kontextes können solche Funde einen wichtigen Beitrag leisten und damit als Quelle für die Geschichte und die Entwicklung ihres Fundortes dienen.


Projektleiter: Dr. Martin Hartmann
Mitarbeiter: Prof. Dr. Michael A. Speidel

In Zusammenarbeit mit:
Archäologisches Museum, Gaziantep, Türkei.
Office des recherches archéologiques, Martigny, Schweiz.

 
Zwei Projekte des MAVORS-Instituts sind zurzeit grösseren Fundbeständen römischer Militärausrüstung gewidmet. Das erste Projekt wertet die Funde aus Zeugma aus, das zweite jene aus Forum Claudii Vallensium /Octodurus (Martigny, Schweiz). Weitere bibliotheksgestützte Untersuchungen versuchen einen Einblick in die römische Waffenproduktion zu gewinnen und rechtliche Fragen zum Besitz und zum Verlust von Waffen zu klären.

Militaria aus Martigny      
 

Militärausrüstung aus Zeugma

Diese Studie zu allen bisher je in Zeugma ergrabenen Militärobjekten hat zahlreiche neue Einblicke ermöglicht, da aus dem Osten den Römischen Reiches bislang nur wenige solcher Funde veröffentlicht worden sind. So konnte etwa die Auswertung der Fundverteilung dieser Objekte innerhalb der Stadt Zeugma die Vermutung entkräften, dass dort römische Soldaten in grosser Zahl neben den Zivilisten stationiert waren – eine Vermutung, die in Fachkreisen immer wieder diskutiert wurde. Die besondere Verteilung der Objekte auf die archäologischen Schichten hingegen liess sich als Folge der Kämpfe und der Zerstörung der Stadt in der Mitte des dritten Jahrhunderts deuten.

Wesentlich dichter gestreut waren die Funde militärischer Ausrüstungsgegenstände im Untersuchungsgebiet 'At Meydani'. Dies passt gut zu unserer Deutung des Gebiets als mehrfach benutzte Basis römischer Expeditionsheere. Die Auswertung der Funde von 'At Meydani’ verspricht deshalb ausserordentlich interessante und wichtige Ergebnisse.

 


Militärausrüstung aus Zeugma

 

 

Militärausrüstung aus Forum Claudii Vallensium

Diese bereits weitgehend abgeschlossenen Untersuchung aller bislang bekannten römischen Militärobjekte aus Forum Claudii Vallensium /Octodurus (Martigny, Schweiz) hat ebenfalls zu zahlreichen wichtigen Ergebnissen geführt. Fragen von historischer Bedeutung, wie jene nach der militärischen Besatzung der kleinen Provinz alpes Graiae et vallis Poenina oder nach dem Quartier des Statthalterstabs und der Provinzverwaltung konnten neu beleuchtet werden. Die Veröffentlichung dieser Ergebnisse steht bevor.


Militärausrüstung aus Octodurus
 
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