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Roms Ostgrenze |
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Römische
Militärgeschichte im Nahen Osten
Weshalb die römische Herrschaft in dieser vielfältigen
Region und in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Roms grösstem
Rivalen so dauerhaft war, liegt bis heute noch weitgehend im Dunkeln.
Unsere schriftlichen Quellen sind lückenhaft und beleuchten
fast immer nur kurze Zeitabschnitte. Vor allem aber herrscht im
Vergleich zu den meisten anderen Gebieten des ehemaligen Römischen
Reiches ein weit grösserer Mangel an archäologischen
und inschriftlichen Quellen. Nur wenige Ausgrabungen am Euphrat
untersuchen die römische Zeit und keine dieser Grabungen
zielt darauf, unsere Kenntnisse zur römischen Aussen- und
Sicherheitspolitik, zur Integration oder zur Grenzstrategie zu
erweitern. Allein durch den Fund neuer archäologischer und
inschriftlicher Quellen können wir aber hoffen, Antworten
auf all diese Fragen zu finden. Die gegenwärtige Debatte
in Fachkreisen über das Wesen, die Funktion und die Strategie
der römischen Grenzverteidigung sowie über die Rolle
des römischen Heeres im Osten wird sich deshalb solange auf
Hypothesen und Spekulationen stützen müssen, bis neue
Quellen mehr Licht auf diese Fragen werfen.
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Projektleiter: Dr. Martin Hartmann
Mitarbeiter: Dr. Alfred M. Hirt,
cand. lic. Michael Gerber
Berater: Prof. Dr. Michael A. Speidel
Finanziell unterstützt durch:
Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen
Forschung,
und
Kreis der Mavors-Gönner.
Projektbezogene Publikationen:
download
Eine neue Studie zur
frühen Römischen Herrschaft in
Kommagene:
Kommagene
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Das
MAVORS-Institut und die Ostgrenze Roms
Das MAVORS-Institut
ist deshalb bestrebt, Projekte zur Erforschung der römischen
Ostgrenze durchzuführen und zu unterstützen sowie die
historischen und archäologischen Quellen zu diesen Fragen
grundlegend zu erweitern – Fragen, die den Kern der römischen
Geschichte treffen. Wichtige und grundlegende Ergebnisse konnten
bereits erzielt werden.
Die Feldforschungen des MAVORS-Instituts konzentrieren sich gegenwärtig
auf zwei Orte an der römischen Euphratgrenze: die antiken
Städte und Militärzentren Zeugma
und Satala. Beide waren ständige
Stützpunkte grosser Heere und gleichzeitig zentrale Drehscheiben
für Feldzüge im Osten. Beide Stätten bieten zudem
ungestörte archäologische Schichten und damit die seltene
Gelegenheit, ihre militärische Geschichte über weite
Zeitabschnitte hinweg zu verfolgen. Gemeinsam versprechen die
Untersuchungen in Satala und in Zeugma grundlegende, neue Einsichten
sowohl in zahlreiche Aspekte der römischen Aussen- und Sicherheitspolitik
im Osten, als auch ganz allgemein zur römischen Militärgeschichte.
Archäologische Feldforschungen an anderen Stätten der
römischen Ostgrenze werden vom MAVORS-Institut ebenfalls
in Erwägung gezogen.
Mit dem Projekt „Roms Ostgrenze“ beabsichtigt das
MAVORS-Institut, die beiden Feldprojekte in Zeugma und Satala
aufeinander abzustimmen und die Interpretation der Ergebnisse
in den gemeinsamen historischen Kontext zu stellen. Dazu werden
bibliotheksgestützte Forschungen zu einer Reihe archäologischer
und historischer Fragestellungen zur römischen Ostgrenze
durchgeführt. So entsteht zur Zeit eine Studie zur Organisation
und Logistik römischer Feldzüge gegen das Reich der
Parther. Sie wird u.a. zeigen, in welchem Ausmass Rom zu verschiedenen
Zeiten bereit und gerüstet war, militärische Gewalt
zur Durchsetzung politischer Ziele einzusetzen. Auch wird sie
verdeutlichen, wie hoch die Kaiser die Wahrscheinlichkeit einschätzten,
dass es zu wiederholten Konflikten an der Ostgrenze des Reiches
kommen würde. Erst die Antworten auf solche Fragen erlauben
es schliesslich, die römische Ost-Politik besser zu verstehen!
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In der Zeit nach den Diadochen, den Nachfolgern Alexanders
des Grossen, und vor dem Siegeszug Mohammeds beherrschte Rom den
Nahen Osten für ein dreiviertel Jahrtausend. Dieser Teil
des Römischen Reiches umfasste das ganze Gebiet vom Nil bis
zu den Grenzen Irans und vom Schwarzen Meer und dem Kaukasus bis
zum Roten Meer. Dieser Raum war einer der ethnisch und kulturell
meist zergliederten Gebiete der antiken Welt, ein Kulturraum mit
zahlreichen Sprachen und Religionen, lokalen und fremden Kulturtraditionen
und einer mehrtausendjährigen Geschichte. Viele hundert Jahr
lang bewachten, verteidigten und erweiterten römische Soldaten
die Ostgrenze. Hier standen sie aber auch Roms grösstem und
bei weitem gefährlichstem Feind gegenüber - dem Reich
der Parther und Perser. Ungefähr ein Viertel der römischen
Armee blieb hier ständig stationiert. Für die Lebensumstände
der Menschen war es wesentlich, auf welcher Seite dieser Grenze
ihre Heimat lag. Allerdings bestimmten komplexe Herrschaftssysteme,
aussenpolitische Beziehungen, militärische Eskalationen und
Sicherheitskonzepte nur einen Teil dessen, was die lange Dauer
römischer Herrschaft ermöglichte. Die Zugehörigkeit
zum römischen Weltreich und die Möglichkeiten, die sich
dem Einzelnen nicht nur während der langen Friedenszeiten
boten, eine blühende Wirtschaft und schliesslich die Verbreitung
des Christentums waren ebenso eine Folge der römischen Herrschaft
und Militärpräsenz im Osten. Das römische Heer
war ein elementarer Bestandteil der römischen Präsenz
in der Region und sein Einfluss ging weit über die militärische
Sicherung und Kontrolle hinaus. Es hinterliess deutliche Spuren
in der Geschichte, der Landschaft und bei den dort lebenden Menschen.
Erst die Entstehung einer bedeutenden und energischen neuen Macht,
den muslimischen Arabern, brachte das Ende der römischer
Herrschaft in dieser Region.
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