Antike Militärgeschichte

  Die Erforschung der antiken Militärgeschichte

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
Unser Anliegen  
Antike Militärgeschichte
 

Die Antike verstehen



 
 

Für das Verständnis antiker Gesellschaften und Zivilisationen ist die antike Militärgeschichte von grundlegender Bedeutung.

Militärgeschichte hat die Aufgabe, sämtliche Aspekte wissenschaftlich zu untersuchen, die im Zusammenhang mit den bewaffneten Kräften der Vergangenheit stehen. Kriege und Kriegsvorbereitungen waren in der Antike ein ständiger und bedeutender Teil des Alltags. Weit mehr als heute waren militärische, soziale und politische Strukturen ineinander verflochten. Feldherren und ihre Armeen, Kriege und Heldenlegenden gestalteten die Kultur und die historische Entwicklung einer jeden antiken Gesellschaft. Das MAVORS-Institut konzentriert sich auf alle bedeutenden Aspekte der Militärgeschichte und strebt dabei die Erweiterung unseres Verständnisses der Antiken Welt an.

Antike Militärgeschichte beleuchtet die inneren Strukturen antiker Armeen, sie beschäftigt sich mit internationalen Beziehungen, militärischen Strategien und Sicherheitspolitik antiker Staatengebilde. Ebenso gehören zahlreiche Aspekte antiker Staatlichkeit, der Gesellschaft, der Wirtschaft, der Verwaltung, der Religion, der Kunst, der Kultur und des Alltagsleben zum zentralen Untersuchungsfeld dieser Disziplin.


Kaiser Caracalla als Oberbefehlshaber

 

Seit dem Beginn der Geschichte hielt die Menschheit die Taten von Kriegshelden und Feldherren fest. Das Gilgamesch-Epos etwa, beschreibt die kriegerischen Taten des Herrschers von Uruk. Viele Keilschrifturkunden des 3. Jahrtausends v. Chr. berichten von den Feldzügen der Herrscher in Mesopotamien. Die ständigen Auseinandersetzungen um Wasser und bewässertes Land beeinflussten die Entwicklung militärischer Strategien und Taktiken und spielten so schliesslich eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung des Königtums im Alten Orient. Seit den Anfängen Ägyptens war es eine der Hauptaufgaben des Pharao, Ägyptens Feinde zu zerschlagen. Alle altorientalischen Völker wurden wiederholt für die Aufstellung der benötigten Heere herangezogen. Die Künstler verewigten abschreckende Szenen von niedergemetzelten Feinden und Dichter besangen die militärischen Taten ihrer Könige. Mit der Entstehung der grossen Reiche der Assyrer, Babylonier und Perser erreichte die Entwicklung militärischer Organisationen in diesem Raum ihren Höhepunkt. Deren Herrscher konnten nun über die gesamten menschlichen und materiellen Ressourcen zur Erreichung ihrer militärischen Ziele verfügen.

Homers 'Ilias' und 'Odysee' sind herausragende Erzählungen der Weltliteratur, die die Geschichte von Kriegen und Kriegshelden erzählen. Die Geschichte der griechischen Stadtstaaten ist bestimmt durch ständig wiederkehrende Rivalitäten und Kriege. Die Entwicklung der Demokratie in der griechischen Welt entwickelte sich im Gleichschritt mit den Neuerungen in der damaligen Kriegsführung. So war etwa die Stadt Athen zur Zeit ihres kulturellen und politischen Höhepunktes während des 5. und 4. Jahrhunderts v. Chr. für jedes Jahr des Friedens zwei Jahre lang im Krieg. Die zwei bedeutendsten Werke griechischer Geschichtsschreibung wurden in dieser Zeit verfasst: Herodots Werk zu den Persischen Kriegen und Thukydides 'Peloponnesischer Krieg'. Den Standard, den beide Autoren mit ihren Werken setzten, galt bis weit über die Antike hinaus als vorbildlich. Alexander der Grosse eroberte dank überlegener Armeen und Taktiken den Orient und erforschte ihn von Kleinasien und Ägypten bis zum Indus. Gleichzeitig bereitete er seinen Generälen und Veteranen den Boden für die Verbreitung der griechischen Sprache und der griechischen Stadtkultur selbst in die entlegensten Winkel Asiens. In den nachfolgenden Jahrhunderten inspirierten Alexanders Feldzüge viele Generationen und beeinflussten die kulturelle Entwicklung zahlreicher Nationen.

Die Römische Republik führte seit ihren Anfängen und für den grössten Teil ihres Bestehens Kriege. Ihre Feldherren und Armeen unterwarfen weite Teile Europas, Kleinasiens, des Nahen Ostens und Nordafrikas und vereinten diese zu einem einzigen Reich. Dieses Imperium Romanum war die Grundlage für das Entstehen eines gemeinsamen europäischen Kulturerbes. Die römische Armee spielte eine bedeutende politische, administrative, gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Rolle in diesem Reich. Unter dem Oberbefehl des Kaisers garantierte die zum Berufsheer gewandelte Armee für ungewöhnlich lange Zeitabschnitte den Frieden und trug zu einem wesentlichen Teil zur Herrschaftssicherung, zur Verwaltung und zur Integration der verschiedenen Völker und Länder in ein gemeinsames Reich bei. Römische Veteranen siedelten in den entlegensten Teilen des Reiches und verbreiteten somit die römische Lebensart. Aus allen Teilen des Reiches meldeten sich junge Männer zur römischen Armee in der Hoffnung, die Vorteile des Militärdienstes geniessen zu können. Generäle und hohe Offiziere waren Senatoren oder Ritter und somit politische Führer mit eigenen Ambitionen – einige waren gar bereit, schreckliche Bürgerkriege zu entfachen. Mit mehreren Heeresreformen versuchte Rom, den militärischen Anforderungen der Zeit Rechnung zu tragen. Dies führte aber auch zu Veränderungen im politischen System des Römischen Reiches. Das Überleben des Imperiums im Osten bis zum Ende des Byzantinischen Reiches im Jahre 1453 machte die römische Armee nicht nur zum erfolgreichsten Heerwesen überhaupt, sondern auch zur langlebigsten Organisation, die je existierte.


 


Assyrer treiben Elamer in einen Fluss, Ninive, ca. 650 v.Chr.

 

 

 

 

 


Narmer-Palette (1. Dynastie), Kairo

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Bronzestatuette eines etruskischen Kriegers

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

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